Lektion 6: Überlauf von Bildern
In der sechsten Lektion beschäftigen wir uns mit einer Aufgabe, mit der man bei der Erstellung eines Composings relativ oft konfrontiert wird: Wir lassen
Bilder fließend ineinander überlaufen und erzeugen sozusagen eine »Metamorphose«. Das Ganze ist gar nicht so schwer – wenn man es einmal gemacht hat.
Unser erstes Bild: Eine Skyline bei Nacht.
Dieses zweite Bild wird mit dem ersten verlaufen.
1) Wir öffnen unser erstes Bild.
2) Dann
wechseln wir in den Maskenkanal durch Klick auf den Alpha-Button oder durch
Ansicht → Maskenkanal.
3) Wir sehen ein schwarze Fläche vor uns.
Zur Erinnerung: Eine
schwarze Fläche im Maskenkanal bedeutet, dass diese Fläche im Bild nicht maskiert ist, also nicht zum veränderbaren Teil gehört. Ist eine
Fläche weiß, dann bedeutet dies, dass sie zu 100 Prozent maskiert ist und damit zu 100 Prozent der Veränderung unterworfen ist. Falls Dir das nicht klar ist:
Hier erkläre ich den Maskenkanal nocheinmal im Detail.)
4) Wir wählen unser
Verlaufwerkzeug und stellen als Vordergrundfarbe Weiß und als Hintergrundfarbe Schwarz ein. Dann ziehen wir einen Verlauf von Rechts nach Links, beginnend bei einem Fünftel und endend ca. bei 4 Fünftel.
Diesen Verlauf ziehen wir im Maskenkanal auf.
5) Wir wechseln wieder
zurück zum normalen Bild (z.B. durch nochmaligen Klick auf den Alphabutton) und sehen, dass das erste Bild unverändert ist, jedoch
eine Maske erhalten hat.
6) Nun
öffnen wir unser zweites Bild.
7) Wir kopieren es (
Bearbeiten → Kopieren).
8) Dann wechseln wir wieder
zu unserem ersten Bild (das mit der Maske) und fügen das zweite Bild ein (
-> Bearbeiten → Einfügen).
9) Jetzt kommt das entscheidende Schritt. Kurz nach dem Einfügen finden wir in der
Kopfleiste eine kleine Checkbox mit der Beschriftung
»Maske: In«. Diese müssen wir nun
aktivieren.
Damit wird nämlich das zweite Bild in die Maske des ersten Bild eingefügt. Dort, wo der Maskenkanal
weiß war, also die Maske zu 100 Prozent wirksam ist, ist das eingefügte
Bild ganz zu sehen. Dort wo er
schwarz war, ist
nichts vom zweiten Bild zu sehen. Dazwischen verläuft das zweite Bild in das erste bzw. das erste in das zweite. Im Bild:
Beide Bilder verlaufen nun ineinander, wobei die Maske (die wir im Maskenkanal geformt haben) die »Art des Ineinanderlaufens« bestimmt.
10 a) Wenn wir mit dem Ergebnis
zufrieden sind, dann können wir das
Bearbeiten-Werkzeug (weißer Pfeil) wählen und die Aktion damit abschließen. Aber Vorsicht: Dies ist der
»Point of no return«, denn das zweite Bild wird nun mit der Maske gemischt, also teilweise transparent gemacht. Wollten wir die Art des Ineinanderlaufens dann noch einmal ändern, dann müssten wir das Objekt löschen und die Prozedur von Punkt 8 an noch einmal wiederholen.
10 b) Angenommen, wir sind kurz nach dem Einfügen des Bildes
nicht zufrieden. Dann
deaktivieren wir zuerst die Checkbox »Maske in« und klicken anschließend auf das
Bearbeiten-Werkzeug.
10 c) Nun gehen wir nochmals in den Maskenkanal und
verändern den Verlauf nach unseren Wünschen. Je kürzer man übrigens den Verlauf aufzieht, desto schneller der Übergang zwischen beiden Bildern.
10 d) Wir
aktiveren das eingefügte Bild im Objekt-Manager, wählen das
Umformen-Werkzeug und dort in der Kopfleiste wieder
»Maske in«. Wir können das Ergebnis erneut prüfen usw.
Ich habe mich dann doch noch für einen anderen Verlauf entschieden, einen von
unten nach oben, mit folgendem Ergebnis:
Mit einem vertikalen Verlauf verlaufen beide Bilder von unten nach oben ineinander. Nun sieht es aus, als betrachte man die Skyline von einer grünen Wiese aus einem Park heraus...
Ich hoffe, es ist klar geworden, wie das Prinzip funktioniert. Es ergeben sich hier übrigens
unendlich viele Variationsmöglichkeiten. Einige werde ich nachfolgend zeigen:
Beispiel 1: Links ist der Maskenkanal abgebildet, rechts das Ergebnis bei Einfügen des zweiten Bildes in die Maske.
Beispiel 2: Es müssen nicht immer Verläufe sein, manchmal kann man beide Bilder auch als Schachbrett miteinander verbinden...
Beispiel 3: Im Maskenkanal stehen auch die Effektfilter zur Verfügung. Dann probieren wir mal die »Kreisförmige Krauselung« aus.
Viel Spaß beim Herumexperimentieren!