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Präsentation im Web

Überblick

Wie sieht eine gut gestaltete Web-Site aus? Um es gleich vorweg zu sagen: Es gibt keine absoluten Kriterien und keinen Königsweg für eine »gelungene« Gestaltung einer Web- Site. Zum Glück, denn gäbe es sie, dann sähen alle Seiten gleich aus.

Die Vielfalt der Geschmäcker und der daraus resultierenden Gestaltungsansätze macht das Web-Surfen lebendig, Web-Seiten persönlich, das Web bunter und interessanter.

Bei professionellen Sites darf das Design jedoch kein Selbstzweck und auch nicht Mittel zur Selbstdarstellung eines Designers sein. Gemäß der Regel »form follows function« hat sich die Gestaltung einer professionellen Web-Site zum einen an den vorhandenen Inhalten zu orientieren und diese adäquat zu präsentieren. Zum anderen gilt es, beim Design auch die jeweiligen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen.

Also nichts Neues für Grafiker aus der Werbebranche, die bekanntlich auch nicht einfach loslegen können, sondern erst auf Grundlage des Briefings (also der Informationen und der Aufgabenstellung durch den Auftraggeber) die Gestaltungsstrategie entwerfen.


Zielgruppenorientiertes Design.

Im Mittelpunkt steht unsere Zielgruppe. An ihr hat sich die Präsentation zu orientieren und für sie sollte die Präsentation gelungen sein. Die Zielgruppe selbst nimmt also – ohne es zu wissen – Einfluß auf die Gestaltungsstrategie, denn die Präsentation
  • sollte für sie eine positive Anmutung haben,
  • sich deutlich von der anderer Wettbewerber unterscheiden und
  • im Einklang mit der Corporate Identity stehen bzw. das Corporate Design aufgreifen

Oberste Ziele sind
  • die zielgruppenadäquate Präsentation der Inhalte und
  • eine einzigartige sowie im Kern gleichbleibende und wiedererkennbare Präsentation für den Aufbau einer Marke(Branding)
Bestandteile der Praesentation

Hinter der positiven Anmutung der Präsentation steckt zum einen die ästhetisch ansprechende Verpackung der Web-Site. Hinzu kommen aber auch Faktoren wie Übersichtlichkeit und Lesbarkeit, die weniger Geschmack« beim Designer voraussetzen als viel mehr ergonomische und marktpsychologische Kenntnisse.

Differenzierung ist heute ganz wichtig im Web geworden, denn über kurz oder lang wird jedes Unternehmen und damit jeder Wettbewerber eine eigene Präsenz im Web haben. Die Zahl der Unternehmens-Site ist schon heute enorm groß. Da die Aufnahmefähigkeit des Menschen begrenzt ist gilt es, nicht in der Masse unterzugehen, sondern sich durch eine eigenständige und einzigartige Präsentation einen der raren Plätze im Gedächtnis der Zielgruppe zu sichern.

Last but not least spielt auch das Corporate Design (CD), selbst Teil der Corporate Identity (CI), eine wichtige Rolle, wenn es um die Präsentation geht. Dieses sollte bei der Präsentation zumindestens in Zügen aufgegriffen werden, damit eine Wiedererkennung erfolgt und meine Zielgruppe ein insgesamt stimmiges Bild des Unternehmens erhält. Man stelle sich vor: Milka erscheint in Gelb oder Marlboro in Blau – undenkbar.

Auch eine Website kann zur Marke gemacht werden. Hat sie dies geschafft, dann bedeutet dies in der Regel eine positive Abgrenzung von den Wettbewerbern, eine gewisse Unanfechtbarkeit im Wettbewerb, eine größere Kundenbindung und eine vereinfachte Kommunikation. Grundvoraussetzung dafür ist zunächst eine einzigartige (Produkt-)Qualität und ein einzigartiges Erscheinungsbild (»Markierung«). Aber erst, wenn diese beiden Eigenschaften auf Dauer konstant und für den Besucher verlässlich sind, kann ein Markenaufbau stattfinden und die Marke stark werden. Ein weiteres wichtiges Kriterium eines Markenartikels ist, dass er diese gleiche Qualität und Markierung liefert, ganz gleich wo man kauft oder auf das Web bezogen: von wo aus man die Site ansurft.

Damit also ein Web-Auftritt eine Chance hat, zur Marke zu werden (z.B. YAHOO! oder Google), sollte geachtet werden auf
  • einen qualitativ einzigartigen Inhalt zu einem gleichbleibenden Thema und
  • eine gleichbleibende, browserkompatible Präsentation der Inhalte.
Werden diese Qualität und Markierung über einen längeren Zeitraum geboten und aufrecht erhalten, wird die Marke in den Köpfen der Besucher wachsen.


Bestandteile der Präsentation.

Die genannten Einflußfaktoren Anmutung, Differenzierung und Corporate Identity wirken sich auf die drei Einzelkomponenten der Präsentation aus. Diese stelle ich nachfolgend vor:

Das Screendesign.

Das Screendesign beinhaltet das Seitenlayout und die konkrete grafische Ausgestaltung der Einzelelemente: Farbgebung, Proportionierung, Gestaltung von Buttons und Menüleisten und das generelle »Look and Feel«.

Die Textgestaltung.

Trotz der zunehmenden Bedeutung von Bildern für die Kommunikation (Stichwort: Imagery-Forschung) wird die Information über Texte weiterhin das Web dominieren. Deshalb kommt der besucherfreundlichen Gestaltung der Texte eine wichtige Rolle bei der Präsentation zu: Lesefreundlichkeit, Verständlichkeit und deren Anordnung sollten auf jeden Fall im Einklang mit den Erwartungen meiner Zielgruppe stehen.

Der Medieneinsatz.

Dem sinnvollen und durchdachten Einsatz von Medien kommt eine wichtige Rolle bei der Präsentation zu: Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte und eine Animation erklärt Dinge besser, als schriftliche Beschreibungen. Schnellere Geschwindigkeiten bei der Datenübertragung und neue Technologien werden in Zukunft mehr Möglichkeiten bieten: Flash ist inzwischen etabliert und auch Streaming-Media wird immer beliebter.