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Inhalte für Web-Auftritte

Unterhaltung

Der Mensch sucht nach Unterhaltung. Er geht ins Kino, liest spannende Bücher, schaut sich Fernsehserien an, fährt Autorennen am Computer, surft im Web u.v.m. Das starke Bedürfnis nach Unterhaltung bei vielen Menschen wird von immer mehr Unternehmen als Chance erkannt und immer öfter fließt deshalb in die Gestaltung der Produkte und Leistungen auch ein unterhaltender Faktor ein.

So werden aus Verkaufsstätten dann »Erlebniskauf«-Stätten, aus der Reise die »Erlebnis«-Reise und auch im Internet versuchen Unternehmen, durch das Heraufbeschwören »multimedialer Erlebniswelten« Besucher auf Ihre Seiten zu locken.

Langweilige, uninteressante oder unangenehme Angebote werden zusammen mit der Aussicht auf Unterhaltung verkauft. »-tainment« ist quasi das Zuckerle zur bitteren Medizin: Advertainment (unterhaltsame Werbung), Edutainment (unterhaltsames Lernen), Infotainment (unterhaltsames Informieren), um nur einige zu nennen.


Vom rationalen zum emotionalen Nutzen.

Am Beispiel der Informationsangebote kann man die Erfolgsrelevanz des unterhaltenden Faktors gut sehen. Nachrichten lieferten früher beispielsweise einen reinen rationalen Nutzen (z.B. Tagesschau, man möchte das Neueste erfahren). Nun gibt es Nachrichten, die einen reinen emotionalen Nutzen bieten (z.B. Wochenshow, man möchte lachen) oder sowohl rational als auch emotional nutzen (z.B. Frontal, Information und sich amüsieren). Letztgenanntes nennt man dann Infotainment.

Ein weiteres Beispiel: Der Tierfilm im Biounterricht liefert rationalen Nutzen, der "König der Löwen" von Disney emotionalen und "Die lustige Welt der Tier" beides zusammen.

Infotainment


Wie unterhalte ich meine Zielgruppe im Web?

Unternehmen sollten sich nicht so sehr am abstrakten Begriff der Unterhaltung festhalten, sondern sie sollten den Besuchern das geben, was diese sich von der Unterhaltung versprechen.

Welchen Nutzen versprechen sich Besucher von der Unterhaltung? Sie wollen Gefühle: erfreut, überrascht, erstaunt, amüsiert, erregt, u.v.m. werden. Ein Unternehmen sollte also Aktionen starten mit dem Ziel, den Besucher emotional zu befriedigen, einen emotionalen Nutzen zu bieten, eben erfreuen, überraschen, erstaunen, usw.


Unterhaltung ist nicht unbedingt unterhaltend.

Nicht jede Unterhaltungsart erfüllt seinen Zweck. Ein reines Online-Spiel zum Beispiel ist zwar oberflächlich gesehen »Unterhaltung«, erzeugt aber nur dann positive Emotionen beim Besucher, wenn ihm zum Beispiel die Möglichkeit eingeräumt wird, gegen andere anzutreten. Andernfalls hat jeder zu Hause viel bessere Spiele und damit viel bessere Unterhaltung.

Aber diese Situation findet man oft auf Web-Seiten: Die Seitenmacher orientieren sich zu sehr daran, was technisch machbar ist und fragen zu wenig, was bei ihren Gästen wirklich positive Emotionen erzeugt. Deshalb immer im Vorfeld, bevor Tausende Euros in technische Unterhaltungs-Lösungen gesteckt werden, prüfen: Wollen meine Besucher das, was ich anbieten möchte?


Negative Emotionen vermeiden.

Nicht jede Art der erzeugten Emotion ist jedem Unternehmen zuträglich. Auf das Erzeugen von negativen Gefühle sollte generell verzichtet werden. Oberflächlich gesehen sorgen sie zwar auch für größeren Besucherverkehr, aber "hinter den Kulissen" wird das Unternehmen und seine Leistungen mit diesen konditioniert und ein dunkler Schatten senkt sich über das Unternehmensimage oder das der Produkte. Die erzeugten Emotionen sollten für die Zielgruppe positiv sein und im Einklang mit dem Image stehen.


Nur höchste Qualität kommt durch.

Die Qualität der Ausführung, welche beim Besucher Emotionen herbeiführen soll, muss dessen Erwartungen zumindest erfüllen. Denn man ist nicht alleine im Web und wenn die Qualität der Ausführung schlecht ist, dann surft er eben zu einer Web-Site, auf der sie besser ist. Und mit »schlecht« ist nicht immer die Professionalität der Gestaltung gemeint, sondern die emotionale Qualität.

Was bringt es dem Besucher, wenn er im Web einen Werbespot präsentiert, den er jeden Tag im Fernseher sieht? Er möchte im Web bestimmt keine Standard-Werbespots sehen. Aber es interessieren ihn besonders witzige oder gelungene Spots (aus dem Ausland) oder vielleicht auch ein »Making of...« eines Fernsehspots. Denn da wird er eventuell erfreut, erstaunt oder überrascht.


Nur ein kontinuierliches Unterhaltungsangebot bringt Erfolg.

Wenn ein Unternehmen ein gelungenes Unterhaltungsangebot im Netz stehen hat, dann ist dies erst der Start in eine vielleicht rosige/gewinnbringende Online-Zukunft. Der Besucher wird wiederkehren. Nur: Irgendwann wird auch das unterhaltsamste Angebot langweilig und dann wird er nicht wiederkehren, wenn sich nichts ändert. Deshalb sollten auch und besonders die Aktionen, welche man zur Unterhaltung »einbaut« laufend dahingehend überprüft werden, ob sie in dieser Form noch ihren Zweck erfüllen und sie gegebenfalls erneuern oder erweitern.

Denn erfolgreiche Ideen werden im Web schnell kopiert und der erste, der die Idee realisiert hat, hat zwar einen Vorsprung und den ersten Kontakt zur Zielgruppe. Aber wenn er mit seinem Angebot stehenbleibt, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Besucher sich auf anderen Seiten neue Herausforderungen sucht.


Nicht »auf Teufel komm raus« unterhalten wollen.

Der letzte Tipp ist eigentlich der Wichtigste. Wenn ein Unternehmen nicht in der Lage ist, seine Besucher zu unterhalten, dann sollte es sich auf andere Inhalte konzentrieren, die der Zielgruppe mehr Nutzen bringen. Man muss den Besucher nicht unbedingt unterhalten. Manchmal möchte er auch gar nicht unterhalten werden, sondern einfach Nutzen in Form einer sachlichen Information haben, ein besonderes Angebot erhalten oder private Geschäfte erledigen.

Und wenn sich nur der »Geist der Unterhaltung« in das eigene Angebot einschleicht, z.B. dass der Besucher positive Gefühle hat – weil z.B. Alles geklappt oder er ein Schnäppchen gemacht hat –, dann ist auf Dauer beiden Seiten gut damit geholfen.