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Picture Publisher Basics

Einführung

Der Picture Publisher ist ein sehr leistungsstarkes Bildbearbeitungs-Programm. Der ambitionierte Grafiker erhält ein Allround-Werkzeug, das seine Stärken eindeutig in der klassischen Bildbearbeitung hat. Aber auch die Erstellung von Web-Grafiken ist damit recht gut möglich. In diesem Abschnitt werde ich versuchen, Euch einen leichten Einstieg in den Picture Publisher zu ermöglichen und dessen wichtigsten Funktionen zu erklären.

Picture Publisher Covers 6 bis 10

Die Versionsnummer ist für das Nachvollziehen der Inhalte nicht entscheidend, denn seit Version 4 hat sich beim Picture Publisher (»PP«) eh nichts Grundlegendes mehr verändert. Die meisten Picture Publisher Anwender werden vermutlich im Besitz von Version 8 sein. Version 9 war ein Ärgernis – kaum Neuerungen, aber dafür viele Bugs. Picture Publisher 10 ist wieder stabiler und bietet auch ein paar (allerdings halbherzige) Neuerungen.

Diese Version ist auch das letzte Update, welches noch von Micrografx durchgeführt wurde, bevor die Firma schließlich von Corel übernommen wurde. Eine neue Version des Picture Publisher wird es allen Anschein nach nicht mehr geben. Hüllt Eure CDs also in Watte ...

Man sollte sich vom günstigen Preis des Programmes nicht täuschen lassen. Bis auf Adobe Photoshop gibt es im Augenblick immer noch kein Programm, das dem Picture Publisher überlegen ist.

Zwar bietet der PP keine so ausgereiften Web-Grafik-Funktionen, wie einige modernere Programme – immerhin hat der Programmkern schon einige Jährchen auf dem Buckel. Aber worum geht es eigentlich? Fotos nachbearbeiten, Bilder manipulieren, Bildmontagen machen, zeichnen und malen, Motive für das Web optimieren. All das und noch mehr kann man mit dem Picture Publisher auf hohem Niveau und sehr komfortabel machen. Und das – auch ohne Hochleistungscomputer – vergleichsweise schnell. Was will man mehr?

Die Bildbearbeitung mit dem Picture Publisher ist sehr einfach, wenn man die Grundlagen einmal verinnerlicht hat. Deshalb skizziere ich in diesem Abschnitt in erster Linie die grundlegenden Arbeitstechniken und Funktionen des Picture Publishers, u.a. Masken, Objekten, Bildoptimierung, Füllungen, Malwerkzeugen, Farben, Schriften ... Alles andere kommt dann von selbst. Es ist eine einfache Rechnung: Je mehr Zeit man mit dem Programm verbringt, desto schneller löst man auch schwierige EBV-Aufgaben.


Picture Publisher Grundlagen

Der Picture Publisher arbeitet pixelorientiert. Dies bedeutet, dass jedes Bild aus einer begrenzten Anzahl von Bildpunkten (Pixeln) zusammengesetzt ist, wobei jedes Pixel eine bestimmte Farb- bzw. Helligkeitsinformation trägt. Dadurch fressen die Bilder mit steigender Größe auch immer mehr Speicherplatz: Ein Bild mit den Maßen 800x600 beinhaltet z.B. 480.000 einzelne »Pixel-Informationen«, die es alle zu verwalten gilt.

Bei einem vektororientierten Grafikprogramm (z.B. CorelDraw, Illustrator) beruhen die Bilder dagegen nicht auf dem Zusammensetzen von vielen Pixeln, sondern auf mathematischer Berechnung. Ein Kreis ist hier keine Aneinanderreihung von Pixeln, sondern wird berechnet aus dem Radius und der Zahl Pi. Daher erhöht sich hier die Größe der Datei nicht durch Vergrößerung der Bildmaße, sondern durch Erhöhung seiner Komplexität.


• Optimierung von Fotos

Wer einen Scanner oder eine Digitalkamera sein Eigen nennen darf, wird in der Regel damit konfrontiert, dass sich die digitale Variante mehr oder weniger stark vom Original abweicht. Diese Unterschiede kann man mit dem Picture Publisher wieder ausgleichen, indem man z.B. die Lichter etwas verstärkt, Farbtöne intensiviert, den Kontrast erhöht, Fussel entfernt oder ganz einfach eine schief eingescannte Vorlage gerade stellt.

Neben der Retusche hat man aber auch die Möglichkeit, die Bildwirkung zu intensivieren (z.B. Tomaten ein noch intensiveres Rot zu geben) oder zu akzentuieren (z.B. Hintergrundmotive etwas unscharf machen). Die dazu notwendigen Funktionen werden beim PP über Assistenten bereit gestellt, innerhalb derer man nur ein wenig mit Reglern oder Werten herumspielen und dabei beobachten muss, wie sich die jeweilige Einstellung auf das Bild auswirkt.

Retuschebeispiel1 Retuschebeispiel1








Zu flaue Urlaubsaufnahmen oder ein schlechter Scanner sind keine wirklichen Probleme, wenn man die Retusche-Funktionen des Picture Publisher zur Verfügung hat ...



Bildmanipulation

Zahlreiche Effektfilter und Makros versetzen den Benutzer des PP in die Lage, Bildwirkung und Bildaussage mit ein paar Mausklicks vollkommen zu verändern und völlig neue »Kunstwerke« zu erschaffen: Aus einem Landschaftsfoto wird ein impressionistisches Gemälde oder aus einem einfachem Logo eine fetzige Chromschrift. Die Effekte werden beim PP über Assistenten im Menüpunkt »Effekte« zur Verfügung gestellt. Für viele Käufer sind diese Effekte ein Haupt-Kaufgrund, ich finde sie aber langweilig, wenn man sie »pur« und ohne gestalterisches Konzept anwendet, denn das kann nun wirklich jeder.


ManipulationsbeispielPer Mausklick zum Gemälde: Effektfilter beim Picture Publisher.








Montagen

Montage Bildmontagen sind ganz gut vergleichbar mit herkömmlichen Collagen: Verschiedene »Papier-Schnipsel« werden zu einem neuen Ganzen zusammengesetzt. So können beispielsweise der Eiffelturm in einen Sandstrand und obendrauf Buchstaben in das Bild eingeklebt bzw. einmontiert werden. Beim PP nennt man diese Schnipsel »Objekte«. Jedes Objekt ist für sich veränderbar und wird in der Objektpalette aufgeführt, bis es mit dem Hintergrund verschmolzen, also eingeklebt wird. Objekte können sich gegenseitig überlappen, wobei immer das Objekt ganz zu sehen ist, das in der Objekt-Hierarchie über dem anderen steht.


Manuelle Gestaltung

Als zusätzliche Gestaltungsmöglichkeit stehen in der Werkzeugleiste verschiedene Mal-Instrumente zur Verfügung, mit denen man manuell, also »per Hand« in das Bild hineinzeichnen kann. Der Picture Publisher verfügt hier zwar nicht über die genialen Möglichkeiten des Painters, einfache Handarbeiten kann man hier jedoch ganz gut ausführen, wie z.B. das Ausmerzen von Bildunreinheiten wie Fusseln, das Nachzeichnen von Konturen, oder das Einsetzen von Glanzpunkten. Es ist zu empfehlen, sich für solche Handarbeiten ein Grafiktablett anzuschaffen, ein Kleines sollte für den normalen Anwender vollkommen ausreichen.


• Web-Grafik

Inzwischen wurde der Picture Publisher auch für das Erstellen von webtauglichen Grafiken fitgemacht. Alles, was man aus dem WWW kennt und für selbiges braucht, kann im Prinzip auch mit dem PP realisiert werden. Im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten von Ulead oder Macromedia sieht der PP bis Version 8 verdammt alt aus. Grundlegende Web-Aufgaben kann aber allemal erledigen. In der Version 10 wurden zumindest die Gif- und JPEG-Optimierung noch einmal verbessert.


Picture Publisher Ressorucen

Einen firmengestützten Support gibt es für den Picture Publisher nicht mehr, wobei — es gab diesen Support im Endeffekt eigentlich auch in früheren Zeiten nicht so richtig ...

Unter der Addresse www.picturepublisher10.de findet man aber ein deutsch-sprachiges Forum für den Picture Publisher. Dieses lebt dank guter Betreuung sowie hilfsbereiter Forum-Teilnehmer und bietet darüber auch noch eine umfassende Linksammlung zum Picture Publisher. Wer also Fragen hat, auch technischer Natur, dem ist dieses Forum sehr zu empfehlen.