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Bildoptimierung mit Picture Publisher

Teil 2: Zu beachten

Viele Bild-Mängel kann man mit dem Picture Publisher beheben, aber leider nicht alle. Außerdem liegt Vieles im Bereich der persönlichen Wahrnehmung: Was für einen selbst vielleicht zu dunkel ist, ist für andere Betrachter widerum in Ordnung. Was auf einem Röhrenmonitor noch klar und hell aussieht, wirkt auf einem TFT-Monitor im ungünstigen Fall dunkel und verschmiert. So gesehen ist der Begriff »Optimierung« relativ zu sehen ...


  Optimierung beginnt bereits früher

Prinzipiell ist zu beachten, dass man am besten bereits beim Scan oder generell gleich beim Erzeugen eines digitalen Abbildes der realen Welt versuchen sollte, eine möglichst gute Qualität zu erreichen.

Beispiele. Sind die mit der Digitalkamera gemachten Aufnahmen unscharf, dann kann man dies mit einem Bildbearbeitungsprogramm nicht mehr korrgieren. Ok, man kann immer noch etwas Künstlerisches daraus machen, das geht schon. Aber die Details sind nicht herstellbar. Also muss die Devise lauten: Beim Knipsen die Ruhe bewahren ...

Beispielsweise kann man bei diversen Scan-Programmen eine automatische Entfernung des »Druckraster-Effekts« (bzw. Moire-Effekts) einstellen. Nachträglich ist es nämlich verdammt schwer und manchmal auch gar nicht möglich, das im PP (oder anderen Bildbearbeitungsprogrammen) wieder gut zu machen.

Das gleiche gilt z.B. auch für die Einstellung der Scan-Helligkeit: Fotografiert oder scant man viel zu dunkel, dann sind die Tiefen u.U. unwiderruflich verloren. Umgekehrt ist die Zeichnung der Lichter meist nur auf Kosten von deutlichen Farbabrissen wieder herzustellen. Keine Mühe in den Scan zu investieren macht also genauso wenig Sinn, wie absichtlich jemanden zu verletzen, nur um ihn anschließend verarzten zu können. Aber wem 's Spaß macht ...


  Die Ausgabe ist entscheidend

Bevor es »an 's Eingemachte« geht, noch ein weiterer wichtiger Hinweis: Die ganze Bildoptimiererei ist im Endeffekt für die Katz', wenn man die Ausgabe (z.B. auf einem Drucker) nicht im Griff hat. Wenn man Bilder mit dem Ziel optimiert, sie auf einem Drucker auszugeben, dann sollte man sich im Klaren darüber sein, dass die Farben niemals so rein sein können wie am Bildschirm, da der Drucker die Farben nach einer anderen Gesetzmäßigkeit mischt.

RGB-ModellBei der Ausgabe auf einem Monitor werden die Farben nach dem additiven Farbmodell (Prinzip der Lichtmischung) gemischt. Rot, Grün und Blau sind hier die Primärfarben die gemeinsam Weiß ergeben: Rot (255,0,0) + Grün (0,255,0) + Blau (0,0,255) = Weiß (255,255,255). Sekundärfarben sind Gelb (Rot + Grün), Cyan (Grün + Blau) und Magenta (Rot + Blau).


CMYK-ModellBei der Druckausgabe gilt dagegen das subtraktive Farbmodell. Die Farben werden nach dem Prinzip der Farbstoffmischung gemischt. Das bedeutet: Cyan, Magenta und Gelb sind die Primärfarben und erzeugen die Sekundärfarben Rot (Magenta + Gelb), Grün (Cyan + Gelb) und Blau (Cyan + Magenta). In der Theorie resultiert aus dem übereinander aller Primär-Farben die »Farbe« Schwarz. In der Praxis ergibt das aber nur ein schmutziges Dunkelbraun, kein reines Schwarz. Deshalb wird das reine Schwarz im Druck extra dazu gegeben. Man spricht vom Vierfarb-Druck (»CMYK«).


  Kalibrierung ist wichtiger als Bildmodus

In welchem Bildmodus sollte die Bildoptimierung im PP stattfinden? Wenn man für den Monitor optimiert, dann sollte man im RGB-Modus bleiben. Dies ist der Fall bei Web-Grafiken oder z.B. privaten Diashows am Monitor. Bei der Ausgabe auf einem handelsüblichen Drucker spielt der verwendete Bildmodus eigentlich auch keine Rolle, denn was wollen wir? Wir möchten, dass das Ergebnis im Druck in etwa genauso aussieht, wie es auf dem Monitor zu sehen ist. Entscheidend ist also die Drucker-Kalibration, der Drucker muss mit dem Monitorbild abgestimmt werden bzw. umgekehrt.

Nachdem alle Arbeiten im RGB-Modus abgeschlossen sind, ist (normalerweise) eine Umwandlung des Motivs in den CMYK-Modus bei Ausgabe auf einem Drucker zwingend erforderlich. Der Picture Publisher hat diesen Modus (»Umformen >Konvertieren in...«). Dieser ist aber etwas irreführend implementiert und wirkt nicht sehr vertrauenswürdig. Denn die Farben werden nach Wechsel in den CMYK-Modus immer noch so rein dargestellt, wie vorher im RGB-Modus, das kann physikalisch aber gar nicht sein! Für einen auch professionell brauchbaren CMYK-Modus müsste es außerdem möglich sein, Separationsparameter einzugeben, um die Farbausgabe im Detail an den entsprechenden Druckstoff anzupassen. Und das ist beim Picture Publisher nicht vorgesehen.


  Wie groß sollte das Bild sein?

Die oft zur Verfügung stehende Megapixel-Kapazität braucht in den meisten Fällen nicht ausgenutzt zu werden. Wenn man Bilder für den Monitor optimiert, dann sollte man bedenken, dass die meisten Monitore überhaupt nur eine Auflösung von 72 ppi bzw. 96 ppi (Pixel pro Inch) darstellen können. Wenn man das ganze Foto in bildschirmfüllender Größe haben möchte, genügen selbst bei einem 19 Zoll TFT i.d.R. 2 Megapixel.

Details ab einer gewissen Feinheit können also gar nicht mehr angezeigt werden, auch wenn sie vielleicht da sind und durch hineinzoomen sichtbar gemacht werden könnten. Aber entscheidend ist die 100%-Ansicht. Warum also den Arbeitsspeicher durch ein unnötig großes Bild belasten?

Für die Druckausgabe gilt das selbe: In der Regel genügt bei einem herkömmlichen Farbtintenstrahler vielleicht eine Bildauflösung von 150 ppi. Jede höhere Auflösung wird ein Drucker gar nicht darstellen können (in die kleinste Einheit, den Tintenspritzer, kann man nun mal nicht hineinschauen ;-).) Natürlich werden diese Möglichkeiten durch neue Druckgenerationen erweitert.

Wenn man seine Bilder über das Internet hochladen und per Post zugeschickt haben möchte (BTW sehr zu empfehlen: Pixum), dann hängt die optimale Bildgröße von der angestrebten Größe des Fotos ab. Für einen normalen 10x15-Abzug genügen manchmal sogar 1 Megapixel. Ich habe mal mit verschiedene Auflösungen einen A4-Druck bestellt und war überrascht: Es waren kaum Unterschiede zwischen einer 2-Megapixel- und einer 4-Megapixel-Auflösung zu sehen. Auch das 2-Megapixel-Bild kam brilliant. Wobei das auch an meiner guten Kamera (Ixus 400) gelegen haben mag.

Sollte also bei der nächsten Reise mal der Platz auf der Speicherkarte ausgehen, dann kann man für Erinnerungsfotos ruhig auch ein wenig die Auflösung nach unten schrauben – natürlich werden dadurch aber auch die Grenzen für eine spätere Weiterbearbeitung der Bilder etwas enger gesteckt. Aber dazu im folgenden Punkt mehr ...


  Beim Fotografieren/Scannen beachten ...

Normalerweise sollte Motive man immer etwas (aber nur etwas) größer scannen/fotografieren, als man sie am Ende braucht, um ein wenig mehr »Fleisch« für die Bildkorrektur zu haben. Verkleinert man sie dann am Schluß, dann übernimmt der PP freundlicherweise das Anti-Aliasing, wodurch sämtliche Korrekturen wieder etwas mehr dem Gesamtbild verschmelzen.

Um beispielsweise ein störendes Muster zu entfernen, das i.d.R. auftritt, wenn man z.B. eine Seite aus einer Zeitschrift scant, muss man ein Bild etwas unscharf stellen. Die dadurch verloren gehenden Details kann man nur dadurch erhalten, dass man das Bild mit einer höheren Auflösung scant, darauf den Weichzeichner anwendet und dann das Bild auf die Zielgröße verkleinert.

Einmal verlorengegangene Details lassen sich übrigens nicht wieder herstellen, auch nicht durch die sogenannten »Scharfzeichner«. (Denn woher will denn das »dumme« Bildbearbeitungsprogramm wissen, wie die Details früher einmal ausgesehen haben?)