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Bildoptimierung mit Picture Publisher

Teil 4: Licht und Schatten korrigieren

Bei der Optimierung der Licht- und Schattenbereiche eines Bildes kann man zunächst genau analysieren, wie die Lichter, Schatten und Mitteltöne im Bild verteilt sind. Dazu gibt es beim PP ein hilfreiches Analyse-Instrument, nämlich das Histogramm.

 Das Histogramm

Das Histogramm (abrufbar im Menü »Bild«) stellt die Häufigkeitsverteilung der Helligkeitswerte eines Bildes dar, bildet also damit die sogenannten Tonwerte eines Bildes ab. An der X-Achse kann man die Helligkeit ablesen und an der Y-Achse wie häufig dieser Helligkeitswert vertreten ist, also wieviele Pixel mit dieser Helligkeit sich im Bild befinden.

Ein Bild und das dazugehoerige Histogramm
Die Linien verbinden jeweils einen Punkt des Bildes und dessen Platz im Histogramm.

Man unterscheidet drei »Pixelgruppen« innerhalb eines Bildes, die jeweils einen bestimmten Helligkeits-Bereich für sich beanspruchen:
  • Schatten (Tiefen), also die dunkelsten Töne eines Bildes
  • Mitteltöne, die Töne zwischen den Extremen, in diesem Bereich liegen normalerweise die wichtigen Bilddetails,
  • Lichter, die hellsten Töne eines Bildes.
Am besten wir sehen uns einmal ein paar Bilder und ihre dazugehörenden Histogramme an.

Ein Bild und das dazugehoerige Histogramm
Dieses Bild besitzt sehr wenige Pixel im Mittelton-Bereich und hat dort damit wenig Zeichnung. Deutlich sichtbar sind die Tonwert-Schwerpunkte in den Licht- und Schattenbereichen befinden.

Ein Bild und das dazugehoerige Histogramm
Bei diesem Bild gibt es - abgesehen von ein paar Spitzlichtern - fast nur Schatten-Pixel.

Ein Bild und das dazugehoerige Histogramm
Das Histogramm dieses Bildes hat seinen Tonwert-Schwerpunkt (den Pixelberg) klar im Lichter-Bereich.

Was bringt uns aber dieses Wissen über die Tonwert-Verteilung und den Tonwert-Schwerpunkt eines Bildes für dessen Korrektur? Wir können beispielsweise erkennen, ob ein Bild zu kontrastarm oder zu dunkel ist. Diese Schwächen eines Bildes können wir dann gezielt ausgleichen, zum Beispiel nur die Schattenteile aufhellen, ohne dass sich die Lichter oder Mitteltöne unpassend mit diesen aufhellen. Letztgenanntes wäre der Fall, wenn wir die Helligkeit des Bildes über die gleichnamige Funktion im Menü Bild ändern.

Für die gezielte Optimierung von Licht und Schatten gibt es beim Picture Publisher ein Menü unter »Bild« mit dem Namen »Vierteltöne...«.


 Änderung der Vierteltöne

Im Menü Vierteltöne begegnet uns ebenfalls das Histogramm des gerade geöffneten Bildes. Für die Korrektur von Licht, Schatten und Mitteltönen benötigen wir die drei Regler mit den Beschriftungen »L«, »S« und »M«. Alternativ dazu kann man die Veränderungen auch über »Eingabewerte« herbeiführen.

Das Menü Viertetöne
Das Menü »Vierteltöne«. In diesem können die Helligkeitswerte für Lichter, Schatten und Mitteltöne verändert werden. Anhand einiger Korrekturfälle werde ich nun nachfolgende Sinn und Funktionsweise dieses Menüs erklären.


1. Fall: Das Bild ist zu dunkel

Zu dunkle Aufnahmen resultieren z.B. daraus, wenn man bei Dämmerung, in unbeleuchteten Räumen oder allgemein an schlecht ausgeleuchteten Orten ohne Blitzlicht fotografiert. Oft werden dann die Mitteltöne vom Schatten verschluckt und Lichter zu dumpf abgebildet.

Bild und dazughöriges Viertelton-Menü Veränderung im Viertelton-Menü Bild und dazughöriges Viertelton-Menü

Der Pixelberg erstreckt sich nicht über den gesamten (Tonwert-) Bereich, sondern bricht bereits bei einem dunkleren Grau ab (links). Es gibt defacto keine helleren Pixel in diesem Bild. Also können wir nun den Tonwertbereich ausdehnen. Wir schieben den L-Regler bis zum rechten Ende des Pixelberges. Damit hellen wir es auf (Mitte). Resultat ist eine neue Tonwert-Verteilung, die sich nun über die gesamte "Tonwertbreite" ausnutzt (rechts).

Klassischer Fall: Ein in der Abenddämmerung aufgenommenes Motiv ist zu dunkel (links). Wir holen die Lichter in das Motiv zurück, indem wir den L-Regler an den rechten Rand des Pixelberges schieben (rechts).




2. Fall: Das Bild ist zu hell

Zu helle Bilder können zum Beispiel Resultat eines schlecht eingestellten Scanners oder einfach eines schlechten Scans sein. Man kann eine zu große Helligkeit mit der Viertelton-Korrektur ausgleichen, jedoch meist nur im Mittelton-Bereich. Im Lichter-Bereich ist die Zeichnung oft nicht wiederherstellbar.

Bild und dazughöriges Viertelton-Menü Veränderung im Viertelton-Menü Bild und dazughöriges Viertelton-Menü
Der Pixelberg erstreckt sich nur über den Mittelton- und Lichter-Bereich. Die Tiefen fehlen (links). Wir können sie problemlos herstellen, indem wir den S-Regler an den linken Rand des Pixelberges schieben (Mitte). Das veränderte Bild nutzt den Tonwert-Bereich komplett aus (rechts).

Die Mitteltöne dieses Motivs sind zu hell, dem Bild fehlen die Tiefen (links). Wir holen die Schatten zurück und dunkeln das Bild ab, indem wir den S-Regler an den linken Rand des Pixelberges schieben (rechts).




3. Fall: Das Bild ist zu flau

Zu flaue bzw. kontrastarme Bilder können unterschiedliche Ursachen haben, z.B. ein ungünstiges Licht beim Fotografieren. Aber auch hier kann mit der Viertelton-Korrektur noch einiges aus einem Bild herausgeholt werden.

Bild und dazughöriges Viertelton-Menü Veränderung im Viertelton-Menü Bild und dazughöriges Viertelton-Menü
Der Pixelberg erstreckt sich fast nur im Mitteltonbereich, das Bild ist sehr kontrastarm (links). Wir können den Kontrast des Bildes erhöhen, in dem wir den S-Regler an den linken Rand des Berges und den L-Regler an dessen rechten Rand (Mitte). Ohne Probleme wurde damit der Kontrast des Bildes erhöht und Lichter sowie Schatten herausgeholt (rechts).

Das Bild vor der Korrektur Das Bild nach der Korrektur
Dieses Bild ist ein wenig flau. Wir können dessen Kontrast optimieren, indem wir den S-Regler in Richtung linker Rand des Pixelberges schieben und den L-Regler in Richtung rechter Rand.




Gerade das letzte Beispiel zeigt, auf welch glattem Eis man sich bei der Viertelton-Korrektur bewegt. Man sollte die Regler niemals seelenlos bewegen, sondern immer die stattfindende Änderung kritisch beobachten. Glücklicherweise wird die Wirkung beim Betätigen der Regler simultan angezeigt. Wenn das Motiv »in natura« ebenfalls etwas flau war, weil zum Beispiel zum Zeitpunkt des Fotografierens ein leichter Nebel vorgeherrscht hat, dann muss man aufpassen, diese Stimmung nicht durch eine zu extreme Position der Regler zu vernichten. Die Stimmung des Motivs sollte auch nach der Korrektur noch vorhanden sein.


 Ein alternativer Weg

Alternativ zum Verschieben der Regler kann man auch einen anderen Weg einschlagen. Für die Schattenkorrektur klickt man mit der Maus auf den S-Button unter Eingabewerte und dann auf einem Punkt im Bild, von dem man sicher sagen kann, dass dieser den dunkelsten Schattenbereich repräsentiert.

Für die Korrektur der Lichter klickt man zunächst auf den L-Button und dann auf einem Punkt im Bild von dem man weiß, dass es der Hellste ist. Schließlich kann man noch den Viertelton-Bereich auf die selbe Weise optimieren. Man klickt einfach auf den M-Button und danach im Bild auf einen Punkt der Bestandteil des Bereichs ist, der eine deutliche Zeichnung besitzen muss. Aber auch hier gilt: Das eigene Auge sollte darüber entscheiden, ob die Position der Regler ein akzeptables Ergebnis zur Folge haben.


 Besondere Einstellungen für den Druck

Soll das Bild für den Druck optimiert werden, dann sollte übrigens der Ausgabewert »Minimum Schatten« auf 8 bis 10 Prozent gestellt werden (die Prozent-Einheit aktiviert man in den Optionen...). Denn selbst hochwertige Drucker sind nicht in der Lage, ab einer gewissen Dunkelheit noch Zeichnung im Schattenbereich zu erzeugen. Die Folge ist dann, dass die Schatten schwarz zuschmieren. Also hellen wir die ganz dunklen Töne etwas auf. Der von mir angegebene Wert ist aber nur ein grober Orientierungswert, denn jeder Drucker kennt hier andere Grenzen. Einfach selbst probieren, welcher Wert passt. Wichtig ist übrigens, dass der Ausgabewert erst dann korrigiert wird, wenn die Vierteltöne bereits für den Bildschirm optimiert sind.