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Masken beim Picture Publisher

Teil 2: Manuelle Masken

Bei vielen Aufgaben der Bildbearbeitung bleibt es dem eifrigen Grafiker nicht erspart, die Maske selbst per Maus oder Grafikstift anzulegen. Die folgenden manuellen Maskenwerkzeuge stehen dafür beim Picture Publisher zur Verfügung: Maskenwerkzeuge Bevor die Maskenwerkzeuge besprochen werden, etwas Grundlegendes vorweg: Beim Picture Publisher brauchen Masken nicht in einem Zug erstellt zu werden, sondern man kann sich langsam an die endgültige Maske »herantasten«, quasi wie der Metzger an die vom Kunden gewünschte Grammzahl. Wenn der Modus auf»+« gestellt ist, wird jede weitere Maskenschöpfung zur aktuellen dazuaddiert, bei einem »-« logischerweise abgezogen. Beim Modus »+/-« wird nur die Schnittmenge von der aktuellen Maske abgezogen, der Rest dazuaddiert.


MaskenbuttonRechteck- und Ellipsenmaske

Mit diesem Maskenwerkzeug kann man einen rechteckigen oder ellipsenförmigen Bereich auswählen. Ganz einfach die linke Maustaste gedrückt halten und die Form »aufziehen«. Hält man dabei die rechte Maustaste gedrückt, dann kann man sie gleichzeitig zurecht schieben.
In der Grundeinstellung zeichnet man x-beliebige Rechteck bzw.- Ellipsenformen. Der jeweils markierte Bereich wird durch eine sich bewegende Linie gekennzeichnet.

Rechteckige Maske
Ein rechteckiger Bereich wird maskiert und per Kopieren + Einfügen vervielfältig.

Was aber, wenn ein Kreis oder ein Quadrat eingrenzt werden soll? Dazu gibt es das Pulldown-Menü »Methode«, über das man durch die Einstellung »Festes Seitenverhältnis« sicherstellen kann, dass nur Kreise bzw. Quadrate aufgezogen werden. Tipp: Für das »feste Seitenverhältnis« stellt man nicht extra das Pulldown-Menü um. Dies kann nämlich auch erzwungen werden, indem bei der Methode »Frei« die Strg-Taste während dem Aufziehen gedrückt wird.

Die Einstellung »Feste Größe« stellt die Möglichkeit bereit, gleichförmige Masken durch Eingabe von Werten zu produzieren. Diese Option wird aber eher selten gebraucht.

Nun ist bekanntlich bei Software nicht entscheidend, was etwas ist, sondern was man damit machen kann. Also, wo setzt man rechtförmige Masken ein? In erster Linie für das Freistellen (also markieren) von Flächen mit geraden Kanten, z.B ein Hochhaus oder einen Kasten.
Sehr zu gebrauchen ist diese Maskenart auch bei Screenshots, die man bekanntlich über die Taste »Druck« in die Zwischenablage kopiert. Oft benötigt man aus diesen nur ein Fenster oder einen Teil eines Fenster, welche dann mit der Rechteckmaske ganz einfach und genau maskiert und weiterverarbeitet werden können.

Kreisfoermige Maske
Eine Kreisform wird maskiert und weiterverarbeitet.

Ellipsenförmige Masken benötigt man für das Freistellen von glatten, runden Bildausschnitten, spontan fällt mir hier die Erdkugel als Beispiel ein. Es können aber auch sehr gut runde Formen aus beliebigen Hintergründen »herausgestochen«, und dann als Ausgangsobjekte für runde Buttons weiterverarbeitet werden.

Es bedarf ein wenig der Übung, bis man mit diesem Maskenwerkzeug die zu maskierende Kreisform einigermaßen genau trifft, denn man muß für das Einzeichnen nicht am Umriß ansetzen, sondern am Schnittpunkt zweier Kreis-Tangenten. Eine andere Möglichkeit besteht darin, den Mittelpunkt des Kreises herauszufinden und dort mit gedrückter Umschalttaste den Kreis aufzuziehen.


MaskenbuttonFreihandmaske

Die Freihandmaske ist vergleichbar mit dem herkömmlichen Linienwerkzeug eines Vektorgrafikprogrammes, z.B. CorelDraw. Bei der Art »Eckig« (linke Schaltfläche) fügt man gerade Linienstücke aneinander. Man schließt die entstehende, beliebig-eckige Form dann entweder, indem man das letzte Linien-Stück wieder am Anfangspunkt enden lässt, oder aber doppelt klickt bzw. Returntaste drückt.

Tipp: Die Abschlussart per Returntaste ist die Sicherste, da hier nicht die Gefahr besteht, den Anfangspunkt zu verfehlen. Man kann übrigens nicht nur Zielpunkte setzen, sondern durch das Gedrückthalten der linken Maustaste Abschnitte wie mit einem Stift zeichnen.

Freihandmaske
Bei der Art »eckig«/»Linie zeichnen« werden Geradenstücke aneinandergehängt.

Anwendungsgebiete dieser Maskenart sind verwinkelte Flächen oder solche mit mehreren Kanten, z.B. ein Stern, ein Dreieck, Haus mit Giebeldach, usw.

Durch das Ankreuzen von »Anti-Alias« wird erreicht, dass die Kanten automatisch geglättet werden. Mit anderen Worten: Der Treppeneffekt, der bei pixelorientierten Programmen nicht zu verhindern ist, wird durch das Setzen von Zwischenpunkten kaschiert, die Form dadurch aber natürlich auch etwas unschärfer und ungenau.

Bei der Art »rund« (rechte Schaltfläche) wird es nun etwas anspruchsvoller, denn hier werden Kurvenstücke aneinandergehängt.

Runde Freihandmaske
Aneinandergehängte Kurven ergeben surreal anmutende Maskenformen.

Bei dieser Maskenart sollte man beim Festlegen eines neuen Kurvenpunktes wissen, dass durch den jeweils nächsten Klick der Scheitelpunkt des nächsten Kurvenabschnittes gesetzt wird. Dadurch ist der Abschnitt nach Klick keineswegs abgeschlossen, sondern wird beim nächsten Ziehen nochmals verformt. Dies ist wahrlich schwer verbal zu beschreiben. Die Form wird auf gleich Weise geschlossen, wie bei der eckigen Art. Einsatzgebiete der runden Art sind Formen mit glatten runden Teilbereichen, z.B. ein Herz oder ein Kleeblatt.

Auch bei diesem Maskenwerkzeug gibt es wieder unterschiedliche Methoden. Standardmäßig eingestellt und soeben beschrieben ist »Freihand«. Raffiniert ist die Methode »Automaske«: Hier wird das jeweils nächste Geraden- oder Kurvenstück in eine Form automatisch eingepasst oder – anders umschrieben – von der zu markierenden Kante oder Kurve magnetisch angezogen.

Mit der »Min. Linienlänge« stellt man ein, wie genau die Anpassung an die Form erfolgt. Muss z.B. ein angehängtes Stück 50 Pixel lang sein, dann werden Einbuchten bis zu einer Tiefe von 49 Pixeln übergangen.

Die »Empfindlichkeit« regelt die Stärke der Sogwirkung. Je kleiner hier der Wert, desto ähnlicher müssen Farbwerte sein, um in die Maske automatisch eingeschlossen zu werden. Klingt kompliziert? Einfach mal selbst probieren.

Das Farbmodell spielt kaum eine Rolle, denn insgesamt ist dieses Werkzeug nur dann zu gebrauchen, wenn der Farbkontrast zwischen Hintergrund und zu maskierenden Bereich recht groß ist.

Mit der Methode »Punkte bearbeiten« können schließlich falsch gesetze oder erzeugte Punkte nachträglich korrigiert werden. Dies beschreibe ich beim Werkzeug Maskenpunkteditor noch etwas genauer.


MaskenbuttonMasken aufmalen

Die bis jetzt vorgestellten Werkzeuge der manuellen Maskenerstellung, mit denen man Bildteile per Maus - und hoffentlicher ruhiger Hand - auswählt, werden abgerundet durch das Werkzeug "Maske aufmalen".

Mit diesem Hilfsmittel schließt man keine Menge ein, sondern malt die Maske mit einem Pinsel direkt in das Bild, wobei die gemalte Fläche dann gleich der maskierte ist.

Form und Stärke des Pinselstrichs können in der Kopfleiste eingestellt werden, ebenso wie die Intensität, mit der der Maskenrand verwischt werden soll. Ich empfehle, »Verwischen« auf den Wert 0 einzustellen, denn verwischen kann man Ränder auch noch nachträglich; einmal verwischt, können sie jedoch nicht wieder scharf gestellt werden.

Aufgemalte Maske
Hier habe ich die Maske mit einem runden Pinsel ins Bild gemalt.

Zusätzlich kann auch die Maskentransparenz eingestellt werden. Ein Wert von 50% bedeutet, dass der markierte Bildbereich zur Hälfte durchscheinen wird, nachdem z.B. der maskierte Bereich mit einer Farbe gefüllt oder per Effektfilter verändert wurde.

Auf das Thema Maskentransparenz werde ich aber noch genauer eingehen, wenn es um den Maskenkanal (auch Alphakanal genannt) geht.

Wo wende ich die Aufmalmaske am Sinnvollsten an? Ich brauche sie für zwei Aufgaben: Einmal kann ich mit diesem Werkzeug prima Lücken innerhalb maskierter Bereiche schließen oder schaffen oder Maskenkonturen feintunen. Ein weiteres interessantes Einsatzgebiet ist das freie Gestalten, denn es ergeben sich mit diesem Werkzeug vielseitige, kreative Gestaltungswege.

Beispielgrafik
Ein Beispiel für »Maskenmalerei«. Ausgangspunkt war das Foto einer Skyline. Den Rest erledigten aufgemalte Masken und Effektfilter.