Teil 3: Automatische Masken
Das wesensbestimmende Merkmal einer automatischen Maske ist,dass sie
vom Computer berechnet wird. Natürlich macht er dies nicht willkürlich sondern anhand von Vorgaben, die er vom Bildbearbeiter erhält.
So ganz anspruchslos – wie es vielleicht klingen mag – ist dies aber nicht, denn automatische Masken liefern
keine guten Ergebnisse, wenn man sie unbedacht einsetzt. Die Werte wollen erst einmal richtig eingestellt sein. Und das bedarf ein wenig der Übung.
Einige automatische Masken funktionieren nur dann gut, wenn sich der zu maskierende Bildbereich hinsichtlich des Farbtones bzw. der Helligkeit
ausreichend vom übrigen Bild unterscheidet.
Zu den
automatischen Maskenwerkzeugen gehören:
Der Picture Publisher verfügt übrigens auch noch über ein
Farbschild (»Ansicht → Farbschild«). Dieses hat eine ähnliche Aufgabe hat wie die Chroma-Maske. Im Unterschied zu Letztgenannter wird bei diesem jedoch keine Maske erzeugt, sondern lediglich
ausgewählte Farben im Bild vor einer Veränderung geschützt.
Zauberstab
Das Zauberstab-Werkzeug, offiziell »Automatische Maske« genannt, ist ein sehr nützliche und daher häufig eingesetztes Hilfsmittel zur Maskierung.
Es fasst
benachbarte, farblich ähnliche Bildpunkte automatisch zu einer Maske zusammen. Das Programm arbeitet sich dabei, ausgehend vom angeklickten Punkt, Bildpunkt für Bildpunkt in alle Richtungen vorwärts. Bei jedem neuen Bildpunkt prüft es, ob dieser innerhalb des eingestellten Farbbereichs liegt. Ist dies der Fall, wird der Bildpunkt in die Maske aufgenommen, andernfalls nicht.
Der Farbbereich kann
Werte zwischen 0 und 100 % annehmen. »0« bedeutet, das nur der angeklickte Pixel zur Maske wird. Beim Wert »100« wird das ganze Bild maskiert. Bei Werten dazwischen werden mehr weniger große Flächen maskiert.
Das Zauberstab-Werkzeug bietet weitere
Einstellmöglichkeiten:
Die Option
»Ähnliche Farben« bewirkt, dass auch sämtliche Bildpunkte außerhalb der Maske zu dieser dazugenommen werden, welche die gleichen Farben besitzen, wie die Bildpunkte innerhalb der Maske.
Und das ist wirklich eine praktische Angelegenheit: Angenommen, ich möchte den Himmel umfärben und habe ihn mühevoll maskiert. Unglücklicherweise sind nun aber im Motiv reflektierende Flächen enthalten, wie Fensterscheiben oder eine Wasseroberfläche. Der reflektierte Himmel müsste natürlich ebenfalls umgefärbt werden, damit es realistisch wirkt. Aber kein Problem: Ich brauche nur auf »Ähnliche Farben« zu klicken, und diese Bereiche werden ebenfalls automatisch Bestandteil der Maske.
Ähnliches kann übrigens über die
Chroma-Maske erreicht werden, die ich weiter unten noch bespreche.
Entscheidend für die Effektivität des Zauberstabs ist der
Farbkontrast zwischen dem zu maskierendem Bereich und dem Bereich, der nicht Bestandteil der Maske werden soll. Relativ gut funktioniert der Zauberstab immer bei fast einfarbigen Flächen, wie Buchstaben oder einem blauen Himmel,
denn dann braucht man den Farbbereich nur sehr klein einstellen und erhält gute Ergebnisse.
Der relativ einfarbige blauer Himmel ist ein gefundes Fressen für den Zauberstab: Da brauen sich schnell dunkle Wolken über Schloss Neuschwanstein zusammen.
Mit der Option
»Erweitern« kann man den Farbbereich des Zauberstabs auf komfortable Weise schrittweise erweitern. Dies ist ein Beispiel für eine gelungene, an der Praxis orientierten Funktion:
Denn oft bleiben nach Anwenden des Zauberstabs einzelne Flecken oder an unscharfen Rändern helle Artefakte übrig. Normalerweise müsste man jedesmal die Maske löschen und wieder neu auftragen – wie z.B. bei Photoshop. Dank dieser Option kann man sich aber langsam zum optimalen Wert vorantasten.

Eine rote Blume in grüner Natur, da freut sich der Zauberstab. Hier braucht man auch gar nicht groß am Farbbereich herumspielen, innerhalb von 20 Sekunden ist sie maskiert. Und dann wollen wir mal wieder in die Schöpfung eingreifen und sie über »Effekte→Effektfilter→Farbton ändern« mit einem satten Blauton ausstatten.
Hier wird deutlich klar, welche Bedeutung automatische Masken haben und welche erweiterten Möglickeiten durch sie geschaffen werden. Dem Bildbearbeiter ersparen diese Funktionen eine Menge Zeit. Diese Blume per Hand zu maskieren, wäre eine ziemliche Fummelei.
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Chromamaske

Die
Chromamaske des Picture Publishers formt aus ähnlichen Farbtönen automatisch eine Maske. Im Gegensatz zum Zauberstab macht sie dies für das ganze Bild, bezieht also auch Farbflächen mit ein, die nicht mit der angeklickten Farbfläche verbunden sind. Deshalb wendet man sie bevorzugt dann an, wenn man
Farben global modifzieren oder einen
Hintergrund austauschen möchte.
Man erreicht die Chroma-Maske über das Menü »Maske«. Die Bedienung ist einfach (siehe Abbildung rechts):
Zunächst wählt man den Bereich aus, innerhalb dessen alle Farbtöne der auszuwählenden Farbe liegen sollen. Je weiter die Farbtöne streuen, desto größer muss man den
Farbbereich einstellen.
Dann klickt man mit der
linksstehenden Pipette im Bild auf die Ziel-Farbe. Man sollte hier immer einen Farbton »aus der Mitte« wählen, also z.B. bei einem roten Verlauf weder ein besonders helles, noch ein besonders dunkles Rot.
Mit Klick auf
»Vorschau« wird dann eine
Rubinschicht über die geschützten Bereiche gezogen. Ist man mit dem Ergebnis zufrieden, sind also sämtliche Bereiche, die nicht verändert werden sollen, mit der roten Schicht bedeckt, dann klickt man auf OK und die Maske wird automatisch erstellt.

Das hier abgebildete Weinglas ist natürlich wie geschaffen für die Chromamaske. Wir gehen in das Menü »Chromamaske«, wählen den
Farbbereich 70, klicken einen mittleren Rotton an, anschließend auf OK und haben den roten Bereich maskiert.
Einige Bereich innerhalb der Flaschemüssen noch
nachmaskiert werden. Dies erledige ich gerne mit der
Malmaske (darauf achten: Einstellung »-«). Schnell sind damit die Bereiche innerhalb der Flasche demaskiert.
Nachdem wir die Maske gesetzt haben, können wir uns daran machen, ein bisschen mit den Farben herumzuspielen. Wir gehen in das Menü »Effekte→Effektfilter« und wählen hier den Effekt
Farbton ändern.
Wir wollen den Rotton ändern, folglich benötigen wir den oberen
Rot-Hebel. Hier können wir uns eine Farbe nach unserem Geschmack aussuchen. Ein Klick auf OK liefert dann neue Rotweinsorten ...
Aber auch
Bildmontagen sind mit der Chromamaske gut möglich. Wir wählen einfach unsere Farbbereich aus und fügen dann das gewünschte Bild aus der Zwischenablage ein. Man muss dazu nur – während das eingefügte Bild noch ganz erscheint – »Maske« auf
»In« stellen. Dann schiebt man es an die gewünschte Stelle – fertig.
In unserem Beispiel (rechtes Fläschen) war das nicht ganz so einfach, da das Rotwein-Bild im Hintergrund einen
fließenden vertikalen Farbverlauf vom Rot in Schwarz besitzt. Welcher Rotton soll also noch zur Maske gehören und welcher erhalten bleiben? Als Lösung habe ich am Übergang zwischen altem und neuem Hintergrund eine
Verlaufsmaske angefertigt, so dass der Übergang zwischen eingefügten Bild und sehr dunklen Rottönen etwas weicher verläuft.
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Maske von Objekt erstellen
Die letzte automatische Maske, welche der Picture Publisher zu bieten hat, darf nicht unerwähnt bleiben, kann man sie doch ganz gut gebrauchen. Es handelt sich um die
aus einem Objekt erstellte Maske. Egal ob es sich um ein Textobjekt, einen Gegenstand oder ein eingefügtes Bild handelt, aus ihnen ist mit einem Klick auf
Maske → Maske von Objekt erstellen schnell eine Maske geformt.
Vor allen Dingen in Verbindung mit dem Befehl
Maske → Maskenkontur zeichnen kann man einen schönen Effekt erzielen, nämlich einem Objekt eine »Aura« geben. Und so geht es:
Mache aus einem beliebigen Objekt eine Maske. Dann wähle ein
beliebiges Malwerkzeug, z.B. wie im nachfolgenden Beispiel eine
Massive Spritzpistole mit Stärke 40 -, stelle die gewünschte Farbe der Aura ein.
Dann gehe auf »Maskenkontur zeichnen«, damit die bewegte Maskenkontur mit dem eingestellten Stift nachgezeichnet wird.
Das Ganze sieht aber
nur mit harten Maskenrändern brauchbar aus, bei Übergangsmasken macht das Konturzeichnen keinen Sinn.
Links: Das Ausgangsobjekt. Rechts: Das selbe Objekt mit nachgezeichneter Maskenkontur.