Teil 7: Der Maskenkanal
Der
Maskenkanal wird über
»Ansicht → Maskenkanal« der Menüleiste oder durch Klick auf den Button mit dem Alpha-Zeichen zugeschaltet. Er stellt die »Parallelwelt« eines Bildes dar. Man nennt diesen Kanal auch »Alphakanal«.
Es handelt sich beim Maskenkanal um eine
Graustufendatei, welche die Maskierung des gerade zu bearbeitenden Bildesin Graustufen wiedergibt. Jedes Pixel (=Bildpunkt) dieser Graustufen-Datei hat einen »Partner-Pixel« innerhalb des Bildes, dessen Transparenz es anzeigt.
Transparenz bedeutet konkret:
Inwieweit kann der Bildpunkt verändert werden bzw. ist vor Veränderung geschützt. Schauen wir uns die nachfolgende Veranschaulichung an:
A) Das eingefügte Bild.
B) Der Maskenkanal.
C) Das entstandene Endbild.
D) Die Rubinschicht.
Wir sehen uns zunächst das Ergebnis
(C) . Dieses ist weiß und enthält eine
ovale Maske mit unscharfen Rändern. Das eingefügte Bild (A) ist nur an den maskierten Stellen zu sehen.
Im Maskenkanal des Endbildes
(B) wird die Maske in Form von Graustufen angezeigt wird. Die einzelnen Graustufen des Maskenkanals haben folgende Auswirkung:
- Weiß hat zur Folge, dass ein Bildpunkt zu 100 Prozent maskiert ist und dessen Farbe im Falle einer Aktion nicht erhalten bleibt.
- Bei Schwarz ist ein Bildpunkt nicht maskiert und damit bei einer Aktion nicht von einer Änderung betroffen.
- Die Helligkeit eines dazwischenliegenden Grautons entscheidet darüber, in welchem Maße ein Bildpunkt der Veränderung ausgesetzt ist.
Pfeil 1 deutet auf einen Bildpunkt, der zu 100 Prozent maskiert ist. Der entsprechende Bildpunkt im Maskenkanal ist
weiß und das eingefügte Bild (A) an dieser Stelle vollkommen zu sehen. Der ursprüngliche Punkt des (weißen) Endbildes ist dagegen vollkommen verschwunden.
Pfeil 3 deutet auf einen Bildpunkt, der nicht maskiert ist. Im Maskenkanal ist er
schwarz und wird das Bild eingefügt, dann bleibt die Stelle im Endbild unverändert, also weiß, weil sie nicht maskiert ist.
Pfeil 2 zeigt auf einen Punkt, an dem die Maske transparent, das Bild also zu bestimmten Anteilen maskiert ist. Der Maskenkanal besitzt an dieser Stelle einen
Grauton. Je heller der Grauton, desto mehr ist der Bildpunkt maskiert und damit einer Veränderung unterworfen.
An diesem Punkt ist zu gewissen Anteilen noch das ursprüngliche Weiß zu sehen, zu gewissen Teilen aber auch das eingefügte Bild. Ein Farbübergang von Weiß ins Schwarze ist dann logischerweise
gleichtbedeutend mit einem Übergang vom einem Bild ins andere, vom Schloß ins Weiß. Dies ist, glaube ich, auch recht deutlich in der Illustration zu sehen.
Die
Rubinschicht, die man durch Klick auf den Button mit dem Rubin einblendet, zeigt die aktuelle Maske in Form einer roten Schicht direkt im Hauptbild an. Sie erfüllt also den Zweck einer Anschauungshilfe für den Bildbearbeiter, der erkennen will, ob die Maske sitzt und vor allen Dingen wo.
Denn gerade transparente Masken werden über die bewegte Maskenkontur
nicht adäquat angezeigt. Klar, das geht auch nicht, wo soll bei einem Übergang vom Schwarz ins Weiß die Grenze gesetzt werden?
Die Rubinschicht ist also wie ein
dünnes rotes Transparenzpapier, das über die Bereiche zu deren Schutz übergezogen wird, damit diese nicht mitbearbeitet werden. Allerdings hinkt dieser Vergleich, denn auch in der Rubinschicht werden Maskentransparenzen angezeigt, nämlich
durch blassere Rottöne.
Die Theorie müsste nun so eingermaßen klar sein. Nun will ich diese noch durch einige
Bildbeispiele belegen. Links abgebildet ist jeweils das Ursprungsbild mit Maske, in der Mitte der entsprechende Maskenkanal und rechts das, was mit dem maskierten Bild passiert, wenn ein anderes eingefügt wird.
Die letzten beiden Masken lassen schon erahnen, warum das Arbeiten mit dem und im Maskenkanal so viel Spaß macht und fast unendlich viele
Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet.
Denn im Maskenkanal stehen
so gut wie alle Werkzeuge zur Verfügung, also auch Filter, Mal- und Füllwerkzeuge. Ganze Bilder können direkt in den Alphakanal kopiert, manipuliert und in Form einer Maske mit einem anderen Bild verbunden werden. Die verschiedensten, phantasievollsten Masken können erzeugt und auf unterschiedlichste Bilder angewendet werden.
Probiere es einfach aus!